Strukturgeologie in Jena

Womit wir uns befassen

Die Strukturgeologie befasst sich mit tektonischen Strukturen wie Falten, duktilen Scherzonen und spröden Brüchen. Grundlage unserer Untersuchungen sind sorgfältiges lithologisches und strukturelles Kartieren im Gelände sowie fallweise die Auswertung von Bohrloch- oder seismischen Daten. Die zwei- und dreidimensionale geometrische Erfassung von Strukturen ist häufig von wirtschaftlichem Interesse, um z. B. bei der Rohstoffexplorationen schicht- oder strukturgebundene Lagerstätten gezielt aufzusuchen oder geeignete Standorte zur geothermischen Energiegewinnung zu identifizieren.

KrastaZone_Albania
Verfaltete pelagische Karbonatabfolgen der Krasta-Zone, Nord-Albanien

Über die geometrische Erfassung von Strukturen hinaus ist es für tektonische Fragestellungen unerlässlich, die zeitliche Änderung der Geometrie, d.h. die Kinematik zu verstehen. Dabei kann die relative Abfolge tektonischer Verformungsschritte anhand der Strukturen allein entschlüsselt werden; so kann beispielsweise eine während eines ersten Verformungsstadiums entstandene Falte während eines zweiten selbst wieder verfaltet werden. Zur Eingrenzung solcher Verformungsstadien auf der absoluten Zeitskala und der physikalischen Bedingungen, unter denen die Gesteine verformt wurden, bedienen wir uns der Methoden und Erkenntnisse anderer Teildisziplinen der Geowissenschaften, insbesondere der Petrologie-Geochemie, Gesteinsmechanik, Sedimentologie, Geophysik und Geomorphologie, weil mit der tektonischen Verformung von Gesteinen meist auch metamorphe, magmatische und sedimentäre Prozesse zusammenhängen.


Wo wir arbeiten

Von vorrangigem Forschungsinteresse sind für unsere Arbeitsgruppe tektonische und damit zusammenhängende petrologische und sedimentologische Vorgänge an konvergierenden Plattenrändern während und nach der Bildung von Gebirgsketten wie jener der Alpen, auf der Balkan-Halbinsel oder in Taiwan.


Warum in Jena?

Der Standort Jena bietet eine zunehmend pulsierende Atmosphäre in einer aufstrebenden Universitätsstadt in Deutschlands sonnenverwöhnter Mitte, inmitten des traditionsreichen Weinanbaugebiets Saale-Unstrut und unweit einer Vielzahl geologisch-tektonischer Highlights (z.B. Coesit- und Diamantführende (Ultra-)Hochdruckgesteine im Erzgebirge, krustenmaßstäbliche permische Extensionstektonik im Thüringer Wald, spätkretazische intrakontinentale Kontraktionstektonik im Harz und Thüringer Wald).